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Christian in meinen Worten als Mutter

Christian wurde als Wunschkind geboren in Mannheim-Neckarau am 6.1.1988. Die ersten Tage nach der Geburt war er sehr ruhig, jedoch nach einigen Wochen sehr lebhaft. Aber wir (die Eltern Bernd und Bettina) hatten an ihm eine solche Freude, dass wir gleich unser zweites Kind haben wollten. So kam Carsten am 25.7.1989 auch in Neckarau auf die Welt. Mit zwei kleinen Kindern (Abstand 1,5 Jahre) hatte ich viel zu tun. Weil Christian so aktiv war, hielt ich mich viel auf Spielplätzen auf und ließ die Kinder im eigenen Garten spielen. Christian konnte mit 10 Monaten frei laufen und rennen.
Mit 4 hatte Christian eine eigenartige „Grippe“, die sich schnell als Hirnhautentzündung herausstellte und kurz darauf zu einer Hirnentzündung wurde. Er lag isoliert im Kinderklinikum Mannheim 4 Wochen und war dem Tod sehr nahe. Alle Körperfunktionen fielen aus. Er kam auf „Intensiv“. Aber dann schaffte er die Kurve und überlebte, auch dank der modernen Technik in der Medizin.

Nach der Erkrankung suchten wir auch eine Kinderpsychologin auf, weil Christian extrem unruhig, sowohl vor der Erkrankung als auch nach der Erkrankung war. Diese stellte dann die Diagnose „hyperaktives Kind“.  Christian sollte Ritalin nehmen. Wir lehnten erst ab.

An einem Sonntag gaben wir aber aus einer gewissen Überforderung heraus die erst halbe Tablette und hatten das erst Mal einen Christian, der ruhig an der Hand den Bürgersteig entlang lief. Für uns ein Wunder. Für uns eine Erleichterung. Er bekam weiter Ritalin in kleinen Dosen und immer so wenig wie möglich, bzw. gerade so viel wie nötig, dass er und auch wir es aushalten konnten.
Als Christian 6 Jahre alt war, zogen wir von Mannheim nach Wachenheim/Weinstraße. Dort wurde er eingeschult und hatte in den ersten zwei Schuljahren eine Lehrerin, die mit hyperaktiven Kindern umgehen konnte. Nach dem ersten Schuljahr von Christian wurde bei uns das Wort Scheidung das erst Mal ausgesprochen. Mein Mann zog nach Offenburg. Ich fing an zu arbeiten und gründetet meine Hausverwaltungsfirma, in der ich inzwischen 3 Mitarbeiter beschäftige.
Christian machte seine Schule gut und weitgehend selbständig. Er bekam eine Realschulempfehlung. Auch in der Realschule war er gut und bei den Lehrern beliebt. Ab der Pubertät wollte Christian kein Ritalin mehr nehmen. Ich stimmte zu. Er konnte seine Kräfte inzwischen gezielt einsetzen und entdeckte den Sport (Tanzen und Radfahren) für sich.

In der Mittelstufe fing er mit dem intensiven Radfahren an. Viel Geld wurde ausgegeben für die Räder. Rennrad, Mountain-Bike, Touren-Rad wurden angeschafft. Alles, damit er seine Kräfte in eine sinnvolle Aufgabe steckt und damit kein Ritalin mehr nahm.

Die Realschule hat er mit einer Gymnasialempfehlung verlassen und ist auf das technische Gymnasium nach Neustadt/Weinstraße gewechselt. Er fuhr in der Oberstufe jeden Tag einfache Strecke 12 km bei jedem Wetter mit dem Tourenrad in die Schule und trainierte am Nachmittag fast täglich Strecken zwischen 70 – 110 km mit dem Rennrad. Aus dem Radsport wurde Rennradsport mit Radrennen und den ersten Platzierungen im Jahr 2005.
Die Noten in der Oberstufe waren SUPER. Fast immer im zweistelligen Bereich, also von 10 – 15 Punkte (=2 minus bis 1 plus). Nach dem Abitur wollte er erst zur Bundeswehr in

die Sportfördergruppe (er hatte die ersten Gespräche kurz vor dem 18. Geburtstag)
und danach Bautechnik studieren oder eine Lehre machen zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Er wollte gerne meine Hausverwaltung übernehmen in ca. 10 Jahren als Chef, davor langsam eingearbeitet werden.
Christian hatte in meinem großen Haus ein großes Zimmer mit eigener Dusche  und Toilette. Er hat sich dort wohl gefühlt. Noch im Frühjahr 2006 wurden für ihn neue Möbel angeschafft und er hatte nun das Zimmer genau so wie es ihm gefiel. Seit fast 3 Jahren hatte er seine Freundin Nicole, die wir alle so  sehr mochten und sie  uns auch. Nicole war inzwischen auch öfters mehrere Tage da. Wir haben uns immer

gut verstanden. Wir waren bei den Radrennen so verbunden. Ich habe ihn unterstützt, er war angespannt einerseits, hat aber auch wie ein Rennpferd mit den Hufen gescharrt und konnte den Start kaum abwarten. Man sieht seine Freude und seinen Ehrgeiz in dem Film. Auch sieht man seine Kraft, die er ja nur durch das täglich Training erreicht hat. Er hatte wahnsinns Oberschenkelmuskeln. Bei schlechtem Wetter trainierte er auf einer "Rolle" in seinem Zimmer. Dann "rappelte" es im ganzen Haus als würde obendrüber eine Waschmaschine schleudern mit einer Unwucht. Dies ganze dann über mehrer Stunden. Er lernte dabei Vokabel über seine Ohrstöpsel oder schaute einen Film. Und dann kam der schreckliche Tag der unser Leben veränderte und es in unserem Haus sehr ruhig wurde.

Links: Christian im Radrennen (Video ca. 3 MB)