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Virginie Kolbe

Virginie wurde an einem wunderschönen Tag im Winter geboren. Am 12.02.1987 erblickte sie das Licht der Welt im Krankenhaus Bergen. Sie war ein gesundes hübsches Mädchen mit ganz Langem schwarzen Haar. Virginie war 48 cm Lang und wog 3.340g. Alle bewunderten ihre schönen Haare.
Die Zeit verging so schnell und sie kam in die Kinderkrippe Sagard. Mit drei Jahren begann die Kindergartenzeit. Virginie ging gerne dort hin und hat mit allen Kindern gerne gespielt. Es war eine schöne Kindheit für sie.
Ein neuer Lebensabschnitt stand vor der Tür - die Einschulung. Am 01.09.1993 wurde sie in Sagard eingeschult. Virginie war stolz auf ihre Schultasche und die riesige Zuckertüte. Sie wollte endlich groß sein und etwas lernen. Virginie lernte gerne. Es machte ihr einfach Spaß, die vielen neuen Wörter auswendig zu lernen. Ihr großer Bruder Martin besuchte damals die dritte Klasse in der Sagarder Schule. Ab und zu schaute sie zu ihm und war begeistert, was er schon alles wusste und konnte. Virginie und Martin waren Geschwister wie alle anderen auch. Sie zankten sich und vertrugen sich auch wieder.

1995 wurde Virginies kleine Schwester Samanta geboren. Martin und Virginie freuten sich auf ihr kleines Schwesterchen. Sie verwöhnten die Kleine von vorn und hinten. Ein ganz besonderes Erlebnis waren für sie auch die Umzüge. Sie freute sich immer auf das neue Zuhause und wie es dort wohl sein wird. Das wichtigste war, ein eignes Zimmer zu haben, weil ihre kleine Schwester manchmal auch nervte. Aber wenn es darauf ankam, waren sie ein Herz und eine Seele und hielten zusammen. Virginie konnte bei Oma und Opa alles machen. Wenn wir geschimpft haben, hat Opa immer gesagt: „Sie ist doch so lieb. Was ihr immer nur habt.“ Ihr Opa Gerhard war ihr ein und alles, leider war er sehr krank und verstarb im Januar 1999. Virginie konnte nicht fassen was geschah, aber das Leben ging weiter.
Sie hatte viele Hobbys. Angefangen hat es mit Fußball und reiten. Es machte ihr sehr viel Spaß. Nach einem Jahr wechselte sie zum Volleyball. Zusätzlich trat sie am 09.12.1999 in den „Boxclub Sellin e.V.“ ein. Da beide Sportarten zuviel wurden, entschied sie sich für das Boxen. Beim Boxen lernte sie Anja kennen. Es war ihre erste Gegnerin im Boxring. Während des Trainings entstand eine tiefe Freundschaft. Auch wenn sie beide im Ring waren und einer verloren hatte, konnte sie sich nicht böse sein. Sie haben sich alles anvertraut, viel unternommen und immer zusammengehalten. Nach zwei Jahren musste sie das Boxen aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben. Anja ging nach Hamburg und wurde Polizistin. Diesen Weg konnten sie nicht gemeinsam gehen. Trotz der Entfernung verloren sie sich nicht aus den Augen. Wenn Anja auf der Insel war schaute sie immer vorbei. Als sie Virginie erzählte, dass sie schwanger sei, freute sie sich um so mehr auf das nächste Wiedersehen.
Mit ganzem Stolz hielt Virginie am 3. Dezember 2004 den Kleinen im Arm. Virginie war in ihrer gesamten schulischen Laufbahn ein sportliches Ass. Das zeigen ihre vielen Urkunden mund Medaillen. Um einen Ausgleich zu finden, wechselte sie vom sportlichen Bereich zum Tänzerischen. Im Carneval Club Sagard fand sie ihren Freizeitausgleich. Virginie war begeistert. vom Karneval. Josie (Tonis Paps) war ihr Tanzpartner. Ob „Afrika“ oder „Dirty Dancing“, sie hatten viel Spaß dabei.
Virginie ging zehn Jahre zur Schule. Um ihren Traumberuf (Polizistin) ausüben zu können, gab sie in der 10. Klasse noch mal richtig Gas. Jedoch die Gesundheit machte ihr einen Strich durch die Rechnung und der Traumjob war hin. Ihr gefiel die Abschlussfeier an der Realschule. Die machte ihr sehr viel Spaß und sie feierte dort gern mit ihren Klassenkameraden. Sie zeigte ebenfalls großes Interesse an einem medizinischen Beruf und wollte Krankenschwester werden. Da man erst mit 17 Jahren eine Lehre als Krankenschwester ausüben durfte, machte Virginie ein Berufsvorbereitungsjahr im Bfw Prora. Sieben Monate lang, absolvierte sie ein Praktikum im Sana-Krankenhaus. Mit jedem Tag nahm die Begeisterung zu diesem Beruf zu. Um so mehr erhoffte sie, dass es mit einer Lehrstelle als Krankenschwester klappen würde. Das lange Warten hatte sich schließlich gelohnt, als Post vorn Sana-Krankenhaus kam und Virginie eine Lehrstelle zugesichert wurde. Sie nahm ihre Lehre sehr ernst und kniete sich voll rein. Ihr Wille war es anderen Menschen zu helfen, auch in Gefahrensituationen, Somit trat Virginie im März 2005 in die FFw Neddesitz ein. Sie war hilfsbereit, freundlich, kameradschaftlich, fleißig und allseits beliebt.
Ihre Lieblingsbeschäftigung war einkaufen. Drei bis vier Stunden zu shoppen war ihr Leben. Tanzen und auf Partys zu gehen machten ihr sehr viel Freude. Virginie war ein lebenslustiges Mädchen. Am liebsten mochte sie Sonnenblumen und Schokolade. Sie konnte keine Gerbera ausstehen, sie fand sie einfach hässlich. Sie wünschte sich schon lange einen Hund, es sollte ein weißer Labrador sein.
Alle überlegten sich einen Namen, drei Favoriten hatten sie, nämlich Ginga, Tinka Beil und Dina. Die Entscheidung viel auf Ginga. Ihr Bruder Martin brachte ihr eines Tages heimlich das Motorradfahren bei. Das war für Virginie ein großer Spaß und machte ihr sehr viel Freude. Früh aufzustehen war so gar nicht ihr Ding. Wenn man morgens den Staubsauger anmachte, wurde sie ganz wütend. Es gab zwar auch Tage, da war sie mies drauf, aber man konnte ihr nicht lange böse sein. Virginie ging mit ihrem großen Bruder zu vielen Konzerten.

Für den Juni hatten sie schon Karten für das Konzert von „Die Helden“ und „Zwei-Raum-Wohnung“ u.v.a. gekauft. Aber durch den Todesraser Elias P. konnte sie diese nicht mehr erleben. Virginie war immer mit ihrer kleinen Schwester und ihrer Mama unterwegs. Ob beim Bowlen, Skaten Daten, Tanzen, Weihnachtsmarkt oder Verreisen, sie war immer mit dabei. Durch Virginie haben wir viele Freunde von ihr kennen gelernt. Es gab eigentlich immer einen Grund sich mit Freunden zu treffen. Bei uns zu Hause waren sehr oft Partys und sie fand es cool, wenn ihre Mama und Papa mitgefeiert haben. Am Lustigsten waren die Karaoke-Abende.
Virginie wurde am 12.02.2005 18 Jahre alt. Diesen Geburtstag wollte sie eigentlich mit ihrer kleinen Schwester zusammen feiern, weil Samanta drei Tage später hat. Da der 18. Geburtstag was besonderes sein sollte, haben wir heimlich alle ihre Freunde eingeladen und ihr den Tag unvergesslich gemacht. Sie staunte nicht schlecht, dass so viele Freunde da waren. Toni kam auch. Von ihrem Papa wünschte sie sich ihre Lieblingstorte, eine dreistöckige Schokotorte. Es wurde reingefeiert. Als es 24 Uhr war, kamen wir mit der riesigen Torte rein. Ein Feuerwerk war auch drauf. Ihre Augen strahlten vor Freude. Sie nahm uns in den Arm und sagte : „Die Überraschung ist euch aber gelungen!“

Am 3. Juni lief in Mukran der Luxusliner „Aida“ ein. Ich fuhr mit Virginie und ihrer kleinen Schwester am späten Nachmittag dorthin, um uns das Schiff anzusehen. Danach besuchten wir in Bergen ihre dort arbeitende Tante Ute. Langsam wurde Virginies Zeit knapp und sie sagte: „Mutti ich bin um 22.30 Uhr mit Mara in Sassnitz verabredet!“ Ich setzte sie bei Mara ab und wünschte beiden viel Spaß und einen schönen Abend. Virginie sagte :“Tschau Mama bis morgen früh!“   

Leider gab es kein Wiedersehen mit ihrer Familie.

Wir haben mit Virginie wunderbare Jahre verbracht und möchten nicht einen Tag davon vermissen. Die wunderschöne Zeit mit ihr werden wir nie vergessen. Aber was gut zu wissen ist, ist die Anteilnahme von Verwandten, Freunden und Bekannten, die die Trauer mit vielen Tränen in den Augen mit uns teilen, um die schwere Zeit zu überstehen. Noch heute kommen Freunde und die Mädchen aus dem Sana- Krankenhaus Bergen zu Besuch. Es tut uns gut, dass auch jetzt noch so viele für uns da sind.

Du wirst immer in unseren Herzen sein!
Wir vermissen dich mit jedem Tag mehr!

In Liebe deine Mama, Papa,
Kirby und Menta

Eure Gedanken und Gefühle